02.07.2013 14:05 Alter: 7 yrs
Kategorie: Immer aktuell

freiraum/konfliktfeld/verbotszone - Fachtagung 2010

Am 2. Juni 2010 fand im Ansfelnder ABC (Anton Bruckner Centrum) die vielbeachtete Fachtagung zum Thema "Jugend & öffentlicher Raum: freiraum/konfliktfeld/verbotszone" mit rund 100 Teilnehmer/innen aus ganz Österreich statt. Gäste waren neben dem bekannten Düsseldorfer Jugendforscher Prof. Dr. Ulrich Deinet beispielsweise die Stadtforscherin Mag. Sabine Gruber aus Wien oder der Friedensforscher Dr. Reiner Steinweg aus Linz.


Jugend und öffentlicher Raum: Fachtagung

Prof. Dr. Ulrich Deinet

Wissen wie: Vortrag

Mag. Sabine Gruber, M.C.D.

Gut besuchte Fachtagung

Interessiertes Publikum

Friedensforscher Dr. Steinweg

Workshop

Workshop

Freiraumfest

Die 98 Teilnehmer/innen bei der von "OJA-offene Jugendarbeit in Ansfelden" initiierten Fachtagung "Jugend & öffentlicher Raum: freiraum/konfliktfeld/verbotszone" im Ansfeldner Anton Bruckner Centrum (ABC) am 2. Juni waren sich am Schluss einig: Zentral in dem Spannungsfeld Jugend & Freiraum ist das Mut machen und Mut haben. Dies trifft auf alle Beteiligten zu: Jugendliche, Jugendarbeit, Stadtplanung & Politik. Es gilt für alle Beteiligten sich etwas zu trauen, den Konflikt nicht zu scheuen und gemeinsam nach Lösungen zu suchen. Lösungen, die nicht von oben aufgesetzt werden können.



Fachvorträge


Mag. Sabine Gruber, M.C.D., Wien: Der öffentliche Raum.

Die Stadtentwicklerin Mag. Sabine Gruber aus Wien betonte notwendige neue Allianzen: "Beteiligung von Bürger/innen und insbesondere Jugendlichen wird in Stadtplanung und Architektur leider oft als störend empfunden. Mit dem Ergebnis, dass wir zwar architektonisch ansprechende Plätze vorfinden, die aber ohne Leben und ohne Nutzen sind. Stadtplanung, Jugendarbeit und Politik müssen verstärkt und neugierig aufeinander zugehen. Die Erfahrung mit solchen Prozessen, an denen alle beteiligt sind, sind durchwegs positive. Das Know-How und die Bedürfnisse der anderen werden erfahren und ermöglichen ein Funktionieren von öffentlichen Räumen. Das sind Prozesse und Erfahrungen, von denen die Beteiligten dann mehr wollen: Man tut es also gerne wieder und beteiligt sich so an der gesellschaftlichen Entwicklung."

 

Ihr Vortrag kann unter diesem Link nachgelesen bzw. downgeloadet werden (einfach klicken)

 

Prof. Dr. Ulrich Deinet, Düsseldorf: Öffentlicher Raum als (Über)Lebenselexier für (junge) Menschen

Der bekannte Jugendforscher Prof. Ulrich Deinet aus Düsseldorf griff in seinem Vortrag das heiße Eisen Freiraum für Jugendliche auf: "Es braucht öffentliche Orte für Jugendliche. Diese Freiräume sind wesentliche Lernorte für Jugendliche. Jugendliche wollen am Leben in der Stadt, am Leben im Dorf teilhaben können und in der Stadtöffentlichkeit wahrgenommen werden. Mit dieser Beteiligung am öffentlichen Leben und der Beteiligung von Jugendlichen an der Entwicklung der öffentlichen Räume wird Demokratie gelernt. Hier kann durch Beteiligung das Aushandeln von Interessessen und die Gestaltung von Räumen gelernt werden. Es bedarf besonders im Hinblick auf die demografische Entwicklung (Stichwort "Überalterung der Gesellschaft") des Ausgleichs zwischen Senioren und der Jugend durch Politik und Stadtplanung.

In Deutschland entwickelt sich die Jugendarbeit mittlerweile zunehmend zum Standortfaktor im Wettstreit der Kommunen: "Firmen schauen in der Standortwahl verstärkt darauf, dass Mitarbeiter/innen und deren Familien ein lebenswertes Umfeld vorfinden. Dabei geht es natürlich um Kindereinrichtungen wie Krabbelstuben und Kindergärten, aber auch um eine funktionierende Infrastruktur für danach, also für Jugendliche. Und dazu zählen Jugendangebote wie Jugendtreffs und auch Freiräume für Jugendliche. Aus all diesen Gründen dürfen wir uns auch vor Konflikten, die damit einhergehen, nicht scheuen."

 

Sein Vortrag kann mit diesem Link (einfach klicken) nachgelesen oder downgeloadet werden

 



Workshops

In sechs Workshops zu Themen wie beispielsweise  "Was bringt Frieden in die Stadt?", "Jugendtreffs und Sozialraum" und "Kreative Aktionen im öffentlichen Raum" erarbeiteten die rund 100 Teilnehmer/innen aus ganz Österreich aus Jugendarbeit, Planung & Politik mögliche Maßnahmen und Ideen. Als zentrale Ergebnisse lassen sich beispielweise die notwendige stärkere Vernetzung zwischen den handelnden Personen, die verstärkte Arbeit zwischen den Fachbereichen und die Forderung nach mehr Mut für alle Beteiligten sehen. Auch der fachliche Diskurs in diesem Bereich ist stärker zu forcieren.

 


o Jugend & öffentlicher Raum: Prof. Dr. Ulrich Deinet  

o Öffentlicher Raum:  Mag. Sabine Gruber, M.C.D.

o Was bringt Frieden in die Stadt? Dr. Reiner Steinweg, Friedensforscher Seine Thesen können hier nachgelesen werden.

o Jugendtreffs/zentren und Sozialraum. Reinhard Sander (Jugendzentrumsleiter/Wien)

o Die Stadt begrünen. Matthias Weber, Permaktultur-Gärtner

o Kreativität im öffentlichen Raum. Tomislav Dautovic (Stadtteilarbeiter) & Thomas Aschenbrenner (Künstler)

 



Abschlussplenum im ABC

Die wesentlichen Ergebnisse der Workshops wurden hier präsentiert und diskutiert.

 



Abschlussparty im Jugendtreff ECHO

Im Anschluss an die Fachtagung feierten Referent/innen, Teilnehmer/innen und Jugendliche ein gemeinsames "Freiraum"-Fest im Jugendtreff ECHO in Haid. Dabei ließen die jugendlichen Freiraum-Expert/innen wenig Berührungsängste mit den "alten Freiraum-Professoren" erkennen. Es zeigte sich einmal mehr: Freiraum macht Begegnung und Austausch möglich.



Fotos von der Fachtagung & vom Freiraum-Fest

 


Veranstalter:
OJA. Offene Jugendarbeit Ansfelden.
Jugendbüro. Jugendtreff cheers. Jugendtreff ECHO. Jugend.Kultur.Box shelter. Streetwork Linz-Land.